Schnelle Runden drehen

Was braucht eigentlich ein Fahrrad? Nicht viel, einen Rahmen, 2 Räder, einen Lenker, eine Kurbel und eine Kette. Das war’s auch schon. So puristisch kann ein Rad sein. Es braucht keine Gangschaltung, keinen Freilauf und Bremsen braucht es auch nicht. Was erst mal gefährlich klingt ist aber ein Sportgerät. Ein fantastisches Sportgerät im passenden Umfeld. Ich hatte die Gelegenheit es selbst zu testen und war in Augsburg auf der Radbahn.

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Radfahren im Winter bedeutet für mich in der Regel Rollentrainer. Diesen Winter habe ich auf eine Tacx Neo gewechselt. Ich bin sehr zufrieden damit aber manchmal muss es was neues sein.

Die Bahn

Am Bodensee gibt es leider keine Hallenbahn daher war ich in Augsburg. Dort steht eine 200m lange Bahn aus Holz. Die Steilkurve ist wirklich steil und ich dachte mir wie soll ich da fahren. Was die ganzen Markierungen bedeuten weiß ich bis heute nicht, aber das war für die erste Einheit ja auch nicht so wichtig. Wiki

Das Rad

Keine Schaltung, kein Freilauf und keine Bremse so steht es vor mir das Bahnrad. Der Purismus hat drei Folgen

  • Treten, treten und noch mehr treten oder es gibt einen Abflug (keine Freilauf)
  • Vorausschauend fahren, oder es wird sehr eng (keine Bremse)
  • Druck, Druck & Druck am Pedal (keine Schaltung)

Das Fehlen der Komponenten ist ungewohnt und es braucht ein paar Runden um sich daran zu gewöhnen aber man lernt damit umzugehen (auf die sanfte oder auf die harte Tour)

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Partytime

Genug, jetzt geht es ans Eingemachte. Nach dem Umziehen und einer Einweisung auf der Bahn das Rad geschnappt und erst mal ein paar Runden im Innenraum gefahren. Nachdem ich gleich mal aus dem Käfig gerutscht bin(keine Clicks auf dem Leihrad) ist ein wiedereinstieg auf einem rollenden Bahnrad ein Kunststück (für mich zumindest).
Nach den ersten zögerlichen Runden geht es auf die "Côte d’Azur"(Übergang zwischen Innenraum und der eigentlichen Bahnfläche). Der erste Kontakt mit der Bahn. Die Runden werden schneller und ich verlasse die Blaue Zone.
Die erste Kurve kommt und "Holla, die Waldfee" ich bekomme Angst, gefühlt fahre ich ganz oben. Der Abgrund wirkt als würde es 10m Bergabgehen, dabei sind es gerade mal 20 cm. Die Lektion ist also immer gerade ausschauen und nicht nach unten! So geht es immer besser und langsam wird es eine runde Sache.
Nach einigen Runden auf der Bahn und auch mal etwas weiter oben in der Kurve wird jetzt in der Gruppe gefahren. Das ist schwieriger als es aussieht da man keine Bremse und keinen Freilauf hat. Solange alle gleichmäßig fahren funktioniert das aber recht gut. Man darf nur nicht hektisch werden.
In der Gruppe werden auch die Runden schneller und die Führungsarbeit wechselt ständig(Belgischer Kreisel). Es macht wirklich Spaß.

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Zum Schluss ergab sich irgendwie noch ein Ausscheidungsrennen. (Liegt das daran das Triathleten immer im Wettkampfmodus sind). Es wird also getreten was das Zeug hält und versucht nicht den Windschatten des Vordermannes zu verlieren. Die Oberschenkel brennen!

Fazit

Ich gewinne im Lotto und bau mir eine eigenen Radbahn.